Naja... 'erzählen' nicht so das richtige Wort, denn...
Ich hatte und habe in Zukunft nicht vor über die Untriebe diverser Haustiere, mein (momentan sowieso nicht existentes) Liebesleben oder meine Privatprobleme großartig zu schreiben. Blog hin oder her, ich denke nicht, dass man sich für Klicks 'selbst verkaufen' muss. Ich frage mich darüber hinaus, wieso man als Medienkonsument überhaupt auf so etwas wie 'das Privatleben von Leuten die man nicht kennt' steht, genau so wie "Big Brother" entzieht sich das komplett meinem Verständnis. Was nicht heißen soll, dass ich grundlegend jedes Interesse an dem "Leben Anderer Leute" ablehne, nur ist es nicht mehr auszuhalten, wie es heutzutage einem durch Blogs und Reality-Shows entgegen sprudelt.
Nehmen wir doch mal den Siff, der heutzutage in Fernsehen läuft. Wer schaut sich denn ernsthaft eine 'Innenausstatter Sendung' wie zum Beispiel "Trine Wittler - Einmarsch in Vier Wänden" an? Ich persönlich kann mir da bei Leibe keinen Grund für vorstellen....
...es sei denn ich brauche für eine Renovierung Inspiration, weil mein (momentan nicht vorhandenes) Weib mich, mit einem Frauenmagazin in der Hand zu einer Generalüberholung des Wohnzimmers nötigt... wobei sie mit den Wort "Schaaaahaaaatziii..." und 'Genau diesem' Blick die Konversation eröffnet und bei Nicht-Zustimmung ihres vorgelegten Verschönerungsultimatums mit drastischem Sexentzug droht.
Noch schlimmer sind Shows wie: "Die Auswanderer", "Die Rückkehrer" und "Die die nochmal versuchen wollen Auszuwandern, nachdem sie schon beim ersten Mal damit auf die Schnauze gefallen sind", "Raus aus der Schuldenfalle", "Ich wäre gar nicht in der Schuldenfalle, wenn ich in Mathe aufgepasst hätte" sowie den "Meine Familie ist scheiße und da wir uns keinen Familientherapeuten leisten können, machen wir bei dieser Show mit"-Shows. Mein besonderer Liebling ist hierbei "Frauentausch" AKA "Austausch zweier Individuen, welche selbst in ihrem heimischen Lebensraum nur begrenzt, sozial überlebensfähig sind und das Beste geben werden, sich bin in zwei Wochen bei der Tauschfamilie absolut unbeliebt zu machen." ...von Sachen wie "Die beiden Paare charakterloser Möpse und die verschrobene Person, welche mehr Charakter hat als die beiden Models zusammen." und "Drei Hauptschüler kämpfen um eine Stelle in einer Fast-Food-Kette" rede ich am besten gar nicht.
Solche Sendungen leben davon, dass man mit einem Kamerateam in den heimischen Lebenraum fremder Leute einfällt, die Linse in jede staubige Ecke und/oder an jede Charaktermacke und jeden Fehler der Bewohner hält und so im Verlauf der Sendung jedem Zuschauer zeigt, dass die hier gezeigte Familie noch disfunktionaler und erfolgloser ist, als dass was man selbst zu Hause hat... es sei denn natürlich man kommt aus Österreich und hält seinen Nachwuchs im Keller, oder sowas in der Art.
Was in meinen vier Wänden passiert und sich innerhalb meines Wahrnehmungsraumes abspielt, muss ich nicht mit einem Megaphon in die Welt hinausschreien, das erzähle ich eigentlich nur ausgewählten Leuten.
Anyway... etwas aus meinem Privatleben:
Erstens, ich schreibe gerade an einer meiner Abschlussarbeiten für mein Studium. Es geht darum ein 'künstliches Neurales Netzwerk' und einen 'evolutionäre Algorithmen' , die zusammen eine bestimmtes 'neuronales Netz' hervorbringen das 'Vier Gewinnt' 'möglichst gut' spielt. Ist weit komplizierter als es ohnehin schon klingt.
Zeit ist immer bei sowas knapp und ich mache gerade eigentlich nur Pause zwischen zwei Kapiteln und überbrücke die Zeit zum Abendessen, um mal für einige Augenblicke etwas zu tippen, dass nicht mit Neuronalen Netzwerken, Evolutionären Algorithmen, Programmcode und Testverfahren zu tun hat. Zwar komme ich mit dem Schreiben gut voran - aber generell braucht man diese kurzen Pausen, wenn man bei sowas nicht durchdrehen will und neue Formulierungen finden möchte. Das gilt für alle Arte des Schreibens, auch für Allimania.
Zweitens, bedingt dadurch, dass ich viel zu tun habe und einige andere Gründe, schlafe ich momentan schlecht. Sehr schlecht. Ehrlich gesagt komme ich, wenn es hoch kommt auf vielleicht fünf bis sechs Stunden Schlaf die letzten beiden Tage, zusammengenommen. Dafür geht es mir aber Momentan relativ recht gut, ein Spaziergang mit dem Hund und ein starker Kaffee wirken da Wunder.
Drittens, Motten! Ich hatte dieses Jahr weder mit Wespen, Bienen, Fliegen oder Mücken meine Probleme, wie das die letzten Jahre der Fall war. Kaum Mückenstiche und gerade mal eine Wespe, die sich in das Arbeitszimmer verirrte. Dafür gibt es dieses Jahr hier in Ostwestfalen Motten bis zum Abwinken. Ich habe mich schon daran gewöhnt, dass mein Deckenfluter regelmäßig ausgesaugt gehört, da er ein Friedhof sowie Evolutionärer Filter, für unzählige Arten von Insekten ist, die auf der Suche nach dem Licht die sengende Hitze der Halogenleuchte ignorieren. Zumindest die Motten scheinen, sich mittlerweile aber weiterentwickelt zu haben... und schaffen es mich so nachts wach zu halten. Grundsätzlich höre ich jede Nacht mindestens eine neue Motte, wie diese im dunklen Zimmer, vollkommen bescheuert immer wieder lautstark an die Holzdecke knallt. Ich hab bei der Zehnten aufgehört zu zählen.
So, das war's für heute - zurück an die Arbeit.