Freitag, 11. Juli 2008

Waaaargh is coming...

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Guten Tag Herr Karl Franz!
Ach es ist so schön Sie zu sehen! Da geht immer wieder die Sonne auf, wenn Sie in unser bescheidenes Autohaus kommen! Sie sind sicher hier um Ihren neuen VolksWaaaaarghen der Marke Mythic Polo abzuholen, richtig?!

Tja-ha, und hier steht er auch schon!
Kommen Sie! Setzten sich erstmal hinein, bevor wir den lästigen Papierkram erledigen! Sie haben es sich verdient! So lange wie Sie darauf gewartet haben, muss die Werbung Sie schon ganz kirre gemacht haben, nicht wahr!? Nun setzen Sie sich schon! Na?! Wie finden Sie es? Sieht das Interieur nicht wunderbar aus?! Ziehen Sie mal tief Luft ein, das ist der Geruch vom frischen, echten Leder – tja-ha!

Und davon werden Sie sogar noch eine ganze Weile etwas haben… denn die Klimaanlage geht nicht und solange die nicht eingebaut ist können Sie den Wagen nicht lüften. Aber keine Sorge! Nächsten Montag bringen Sie den Wagen noch mal bei uns vorbei, da bauen wir die dann ein, genau so wie den Zigarettenanzünder und den Sechsten Gang!
Oh das? Nein, nein! Das ist so beabsichtigt, da soll gar kein Beifahrersitz sein, schließlich wollen wir Sie nicht überfordern! Sehen sie es so: Dieses Auto führt Sie ganz langsam an die Thematik des Autofahrens heran! Stellen Sie sich doch mal vor ihre Frau würde auch noch mit fahren wollen, das wäre doch eine Katastrophe! So viele Dinge auf einmal! Außerdem müssen Sie sie gar nicht mehr wegen der Straßenkarten mitnehmen, wenn sie lange Strecken fahren, denn sie haben ein Navi! Da staunen Sie, was? Der Bildschirm fehlt zwar noch, aber das wird doch jemand wie Sie nicht aufhalten, oder?!

Denn wer braucht schon ein Navi, einen Beifahrersitz oder eine Heckscheibe wenn er das hier hat: Stimmungswürfel am Rückspiegel, je nach ihrem Gesichtsausdruck und Ihrem Körpergeruch ändern sie passend die Farbe! Und warten Sie ab, wenn Sie hören, wie sich der Aschenbecher bedankt, wenn eine Zigarette in ihm ausgedrückt wird – das kann er in zweiunddreißig verschiedenen Sprachen! Und jetzt kommt der Hammer! Ein ausfahrbares Fußmassagebad unter den Pedalen mit Lavendelgeruch! Wenn Sie mal wieder im Stau stehen! Ist das nicht fantastisch? Wir haben unzählige dieser Gimmicks eingebaut und vorallem…

Ah, da kommt mein Kollege, dann müssen Sie nur noch hier und hier unterschreiben! Danke! Und hier noch mal unterschreiben, das ist für die Türgriffe - die kommen morgen früh. Solange müssen Sie sportlicher Weise durch das Fenster aussteigen… und zwar auf der Beifahrerseite, denn der linke Scheibenhebermotor ist nicht rechtzeitig fertig geworden. Aber nun, genug geredet! Fahren Sie los! Genießen Sie Ihren neuen Wagen! Bis bald!

Ach, und versuchen Sie möglichst wenige Linkskurven zu fahren!

Mittwoch, 9. Juli 2008

Sins Of A Bad Gamedesign

Ich bin ja ein Fan von RTS-Spielen.
Nicht das ich Talent dafür hätte, sie machen mir einfach Spaß.
Zugegeben, vor allem wenn es im Netz gegeneinander geht, habe ich nur Chance gegen andere ‚Boons’ und selbst mit manchen knackigen Singleplayer-Missionen tue ich mich schwer, aber eben das macht ja gerade die Herausforderung aus. Insbesondere bei Warcraft 3 habe ich nie verstanden, wieso mein Gegenüber es so oft schafft, meine Armee innerhalb weniger Sekunden, in einen Haufen EXP für seinen Helden zu verwandeln. Da ich mal wieder etwas Neues testen wolle, kam dazu mir "Sins Of A Solar Empire – Real Time Strategy, Unrivalled Scale" auszuleihen.


Moment…
So schnell geht es nicht, erstmal ein kleiner Exkurs, mit wem wir es hier überhaupt zu tun haben.

Über Stardock:
'Sins'
wird von 'Stardock (Entertainment)' pubished und wurde von dessen in-house Developer 'Ironclad Games' entwickelt. Stardock war ursprünglich eine Firma, welche Anwendungssoftware für OS/2 entwickelte. Da OS/2 viel zu schnell seinen Niedergang antrat und heutzutage vermutlich nur noch in den Weiten der Sahelzone genutzt wird, hat sich die Firma darauf verlagert, viele Programme (mit zweifelhaften Nutzen) herauszubringen, welche den eigenen Windows-PC schöner machen sollen. Irgendwann in den letzten Jahren kam es dann zu einer interessanten Entwicklung:
Es muss einem der Chef-Entwickler zu viel geworden sein, andauernd Desktop-Verschönerungsprogramme zu entwickeln und er ist auf die Idee gekommen, man könne doch anfangen Spiele herzustellen, da man doch schon so viel Erfahrung bei Programmen ohne praktischen Nutzen habe.

Über 'GalCiv 2':
Angefangen hat das ganze mit 'Galactic Civilizations I und II', wovon ich zumindest letzteren in meinen Händen hielt und sich dieser daraufhin als ein sehr ambitionierter 'Masters of Orion II'-Klon herausstellte. Trotzdem gab mir GalCiv 2 keine rechte Langzeitmotivation. Irgendwann - wenn auch recht spät im Spiel - dämmerte es mir, dass es selbst für ein 'Large Scale Strategy Game' verflucht lahmarschig war. Es brauchte Ewigkeiten, um in diesem Spiel irgendeinen spürbaren Fortschritt zu erreichen und das ganze spielte sich, von Anfang bis Ende, wie ein Klumpen Teer.

Dazu kommt, dass ich irgendwann Raumkämpfe vermieden habe, denn ganz im Gegenteil zu 'Masters Of Orion 2', hat man dort keinen Einfluss auf Raumschlachten. Man kann nur teilnahmslos zusehen, wie die Schiffe umeinander kreisen, bis schließlich eine der beiden Seiten Weltraumschrott ist. Dieses macht eine aggressive Befreidung der Nachbarvölker uninteressant und stattdessen wählte ich die andere Methode, feindliche Welten zu übernehmen. Das sah so aus, dass ich so viele Entertainment-Spacestations, welche meine Kultur verbreiten sollten, neben den ‚zu übernehmenden’ Planeten in dem Weltraum pflanzte, bis die Einwohner des selbigen unter dem Bombardement der Klingelton-Werbespots den Verstand verloren, ihre Rassenzugehörigkeit einfach vergaßen und meinem großen Jamba-Imperium beitraten.

Warum ich hier erst einmal über 'GalCiv 2' rede?
Ganz Einfach: 'Sins of a Solar Empire' wiederholt einige derselben Fehler, und bietet ähnliche Möglichkeiten wie 'GalCiv 2'. Nur wurde bei 'Sins' die Komplexität auf ein RTS-freundliches Niveau heruntergeschraubt, was die Designfehler viel schneller offensichtlich werden lässt.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Das Spiel ist strunzenlangweilig.

Über den Spieleindruck:
Wenn man erst einmal alle Möglichkeiten herausgefunden hat, die einem das Spiel bietet, passiert nichts wirklich Interessantes mehr. Punkte wie "Diplomatie", "Handel" und ähnliche, die in einem rundenbasierten Spiel noch etwas motivieren können, sind hier auf ein Minimum heruntergekürzt oder wurden ganz herausgenommen...
und trotzdem hat man das Gefühl, man spiele kein Echtzeitstrategie-Spiel sondern ein rundenbasiertes Spiel, dass einem nicht erlaubt den aktuellen Zug abzukürzen....
Bzw. Es gibt schon eine "Zeitraffer-Taste", dennoch... Es drängt sich mir sogar der Eindruck auf, dass 'Sins' ein abgespeckter Nachfolger von 'GalCiv 2' werden sollte, aber dann irgendwer aus der Marketingabteilung (mitten in der Alpha-Phase) alle Entwickler davon überzeugte, ein RTS würde sich besser verkaufen.

Egal was man in diesem Spiel tut, man hat das Gefühl, als ob gesamte, eigene Imperium von ehemaligen Beamten der Deutschen Post geschmissen wird, welche eigentlich schon seit zehn Jahren in Rente sind und gerade nichts Besseres zu tun haben. Also Zeitraffer...
Ganz egal was man macht, sei es eine neue Technik erforschen, ein Schiff zu bauen oder einer Flotte zu sagen sie soll von "A" nach "B" fliegen dauert im Regelfall so lange, dass man in einer Multiplayerpartie in der Zwischenzeit die neuste C't auf dem Klo auswendig lernen kann. Da kein Zeitraffer...
Man hat nicht mal die Möglichkeit, mehr als eine Schiffswerft von jeder Art in einem Planetenorbit zu bauen, sondern muss die 'Rally-Points' von Schiffswerften anderer Planeten in das System, in dem man gerade seine Flotte sammelt, setzen. Wobei es hier wiederum eine Ewigkeit dauert, bis die Schiffe überhaupt ankommen. Wieder Zeitraffer...

Über riesige Spielfelder:
Im Übrigen läuft das ganze Spiel nur innerhalb dieser Planetenorbits ab, nirgendwo anders. Dort baut man eine von zwei verschiedenen offensiven oder passiven Verteidigungsanlagen, seine zwei Werften, seine zwei Forschungsstationen (je mehr man von einem Stationstyp hat, desto tiefer darf man im jeweiligen Techbaum forschen), seine zwei Asteroidenminen oder seine zwei Sondergebäude, bla, bla, bla.
Es gibt kein "zwischen den Planeten". Wenn man mit jemanden kämpft, macht man das zwangsläufig direkt an oder in der Basis von irgendjemanden oder in einem unerschlossenen System. Einen Gegner zu flankieren ist ebenfalls nicht möglich, da die Planeten durch "Weltraum-Straßen" verbunden sind, über die (und nur die) man in Sekunden von einem Orbit zum nächsten springen kann. Hat man alle Wege in sein Imperium hinein gesichert, weiß man durch welche "hohle Gasse" der Gegner kommen wird... Angeblich gibt es nachher irgendeine Technik die man erforsche kann, welche einen zu Wurmlochsprüngen verhilft, aber bevor ich genau herausfinden konnte wie das funktioniert hatte ich das Spiel schon deinstalliert.
Die gepriesene 'Unrivalled Scale' ist eher Witz, wenn ohnehin nur um die Planeten herum etwas passiert. Sicher man kann unzählige Planeten auf einem Spielfeld haben… aber ernsthaft, das wollt ihr nicht.

Über den Kampf:
Aber! Die Programmierer haben sich etwas Tolles einfallen lassen, damit man sich nicht am einzigen Ausgang seines Sternenimperiums verbarrikadiert und sich so auf ewig einbunkert:
Auch wenn das Spiel (trotz des Weltraum-Settings) sich in einer 2D-Ebene abspielt, es gibt keine Kollisionsabfrage.

Jap, richtig.
Das einzige was aussieht wie eine Kollisonsabfrage ist die Tatsche, dass die Schiffe seitlich um einen Planeten herumfliegen anstatt drüber. Man steht als Verteidiger, bei jedem Angriff, vor der Frage welche der Schiffe - die gerade durch die eigene Flotte "durchgeflogen" sind – man als erstes abschließt... die Bomber, welche den Planeten in Schutt und Asche legen oder die Schiffe, welche die Raumwerften auseinander nehmen?
Natürlich fliegen die Schiffe nicht wirklich durch andere hindurch… nur haben sie kein Problem damit, einfach über ein gegnerisches Schiff in einem schmalen Bogen hinweg oder drumherum zu fliegen, was den gleichen Effekt hat, als bestünden diese aus Luft.

Jede RTS-Strategie, wie jemanden in den Rücken fallen oder Einheiten mit passenden Konterneinheiten aus der Ferne zu eliminieren erübrigt sich…

Moment… Das ist nicht richtig:
Einfach JEDE Art von RTS-Strategie erübrigt sich, wenn man einfach durch den Gegner hindurchfliegen kann. Nur einige Schiffstypen haben die Möglichkeit andere Schiffe von sich weg zu schieben, aber das geht auch nur manchmal gut.

Aber! Das Manko der fehlenden Kollisionsabfrage wird durch etwas anderes ausgeglichen:
Man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass man seine Flotte unter Kontrolle hat und somit hat der Gegner das wohl auch nicht.
Ein Klick zum Bewegen, lässt die Schiffe auf großen Bögen "in etwa" zum eigentlichen Ziel hinschaukeln. Angekommen am Zielort, beginnen diese dann sofort im Weltraum lustig in alle Richtungen auseinander zu diffundieren, aber das macht nichts – schließlich sind, wie wir gesehen haben, Formationen in diesem Spiel ohnehin für den Arsch.

Hinzufügend möchte ich erwähnen, dass diese im Endeffekt dazu führt, dass man irgendwann mal eine gigantische Armee zusammenzieht und mit einer unschlagbaren Riesenflotte eben einmal alle Planeten 'säubert' die dem Gegner gehören.

Raumschiffe brauchen übrigens meistens eine Ewigkeit, um sich in die passende Flugrichtung zu drehen, wohingegen das Beschleunigen und abbremsen ungleich schneller geht. Sagt man einer Gruppe von Schiffen, sie sollen alle gemeinsam ins nächste System springen, dauert es teilweise Minuten bis endlich alle Schiffe zum Sprung bereit sind… da sie sich ja -auf einmal- zu eine ach-so-nützlichen Formation sammeln müssen, die im nächsten Orbit innerhalb von fünf Sekunden wieder aufbricht. Jaaaa... es gibt die "Zeitraffer-Taste" - aber macht ein RTS das eine "Zeitraffer-Taste" braucht nicht irgendwas falsch?

Über Übersicht im Kampf:
All das führt dazu, dass jeder Raumkampf, bei dem mehr als acht Schiffe beteiligt sind, zu einem großen unübersichtlichen Klumpen aus verschiedenfarbigen Schiffen mutiert, in dem man absolut den Überblick verliert und welcher sich ohne eigenes Zutun durch den halben Orbit verteilt. Man weiß in diesen Situationen nicht, welches Schiff jetzt eigentlich noch mal wo war, kann nicht sagen wer jetzt am besten wen angreift und welche Truppen man wo hingeschickt hatte. Spezialfähigkeiten der Schlachtschiffe stellt man schon nach dem ersten Kampf alle auf "auto", weil man keine Chance hat diese in einem Kampf vernünftig per Hand zu benutzen. Auch hat man keine Möglichkeit Schiffe als Schußfang abzustellen und andere in den als Artillerie in den Hintergrund zu bringen. Das einzige was man machen kann, ist ein Schlachtschiff ins "Focus Fire" zu nehmen (was Jäger- und Bomberstaffeln übrigens grundsätzlich ignorieren) und zu hoffen, dass es schneller Kaputt ist als die eigenen.

Über das Terrain:
Wie alle RTS Spiele die im Weltraum spielen, krankt ‚Sins’ nicht zu letzt daran, dass es kein Terrain gibt nur die Leere des Weltraumes. Dabei hätte man zumindest versuchen können etwas wie ‚Weltraumnebel’, oder ‚Anomalien’ oder ‚gefährliche Asteroidenfelder’ einzubauen. Hat man aber nicht.

Über Übersicht im Imperium:
‚Sins of a Solar Empire’ rühmt sich damit ein RTS zu sein, dass in einen sehr großen Maßstab besitzt und genau das ist sein Hauptproblem. Nicht nur das ich bei den Kämpfen die Wahl habe zwischen „Ich sehe nur 5%“ meine Flotte oder „Ich habe einen unübersichtlichen Blob aus Schiffsymbolen, der schon das richtige Machen wird“, man hat keine Möglichkeit gewissen Prozesse zu Automatisieren. Irgendwann bei MOO2 kam immer der Augenblick, wo man einfach die Bauaufträge der Planeten den PC übergab, weil man sich nicht mehr um jedes Gebäude einzeln kümmern wollte, was auf irgendeinem x-beliebigen Planeten gebaut werden sollte. Sins bietet diese Möglichkeit gar nicht, egal wie sehr man bettelt, man muss bei jedem Planeten die Ausbauten selbst anklicken. Zwar kann man irgendwann die Welten, bei denen ohnehin kein Feind auftaucht vernachlässigen… aber das fühlt sich für mich so an, als würde ich das Potential der ‚hinteren Welten’ nicht richtig nutzen. Wenn ich am Ende dutzende Planeten habe muss ich z.B. bei jedem einzeln die neu erforschten Tradeposts setzen, um mehr Kohle zu erhalten oder bei allen Planeten die Werften haben, erneut das System anwählen, einen neuen Rally-Point setzen und neue Bauaufträge vergeben.

Ein weiterer Punkt der bei Sins nervt ist das Interface, zwar gibt es links eine Drop-Down-Leiste, die mir diePlaneten anzeigt… aber diese wird irgendwann so lang und unübersichtlich, dass es schneller ist ganz rauszuzoomen, sich den passenden Planeten im Minimal-Zoom heraussuchen und dann wieder ganz reinzuzoomen, um dort seine Befehle zu geben. Etwas wie eine separate Minikarte als Gedächtnisstütze, welche Planet noch mal wem gehört, oder anzeigt wo gerade jemand angegriffen wird fehlt völlig. Und eine Herstellungsleiste wie bei C&C ist noch nicht mal in die Nähe dieses Spieles gekommen.

Über das Fazit:
„Sins of a Solar Empire“ beinhaltet gute Ansätze… endet aber in einem langweiligen, unübersichtlichen und unkomfortablen RTS, dass alle geflissentlich alle Komponenten vernachlässigt hat, die man von einem Echtzeit Strategiespiel erwartet. Ich rate jedem, der es in Erwägung zieht (zog) dieses Spiel zu kaufen, entweder den neusten C&C Teil zu spielen oder sich ein gutes, rundenbasiertes Strategiespiel zu holen (HOMM5).

In diesem Sinne,
...bald auch mit Screenshots für die Lesefaulen.

Samstag, 5. Juli 2008

Dinge auf die ich komme...

...wenn ich nicht einschlafen kann:

Ich wusste ja, dass die Warlocks mit WotLK eine Dämonenform bekommen, aber wie nennt sich das dann eigentlich?
Doomkin?


*versucht nun zu schlafen*

Mittwoch, 18. Juni 2008

"We meet again Doctor Jones"

Ja, ich weiß. Ich bin spät dran, aber so ist die potentielle Anzahl der Leute geringer, welche den Film noch nicht gesehen haben, ihn aber noch sehen wollen und sich nicht von der Warnung "Dieser Artikel enthält Spoiler!" aufhalten lassen.
Also, Du da, ich habe Dich gewarnt.

So gesehen habe ich diesen Film nun etwas mehr als zwei Wochen sacken lassen und das bedeutet, dass das hier eher die Entscheidungshilfe für Leute mit zu viel Geld ist, ob sie sich die DVD kaufen sollen oder nicht. Grundsätzlich ist das ein Film der durchaus das Potential hat, die Gemüter der Indy-Fans zu scheiden und es gibt zwei Sätze mit den man ihn, auf zwei verschiedene Arten, kritisieren kann.

Entweder
"Gratulation Mister Spielberg, es ist ein Indiana Jones."
oder
"Es tut mir leid Mister Jones, es ist ein Spielberg."

Prinzipiell sind beide Aussagen richtig, nur auf jeweils andere Aspekte des Filmes bezogen. Man kann aber nichts falsch machen, wenn man sich mit der Erwartungshaltung "Das wird jetzt gutes Popcornkino" diesen Film anschaut. Es ist hierbei definitiv ein Fehler, einen bahnbrechenden Film sehen zu wollen, der der Indiana Jones-Reihe in jeder Faser gerecht wird. Teil drei bleibt der beste Film der Serie, Punkt.
Doch ich will nicht nur meckern: Die Actionszenen sind stimmig, wenn auch hier und da auch etwas zu lang, aber damit kann man leben. Die Dialoge witzig und gut gemacht, auch wenn zu mindest ein Gag total in der Übersetzung verschwunden ist (*) und der Indy-Slapstick auch wirklich der Indy-Slapstick, den man in den alten Filmen so mochte.
Auf der anderen Seite war es ein Fehler Spielberg bei diesem Film Regie führen zu lassen. Ich denke er hat einfach "einen Hau weg", seitdem er "Schindlers Liste" (so gut der Film auch war) und "A.I." (mit dem absolut grauenhaften Pseudo-Ende) gemacht hat. Das führt dazu, dass an einigen Stellen von Indy 4, nicht nur ein moralischer Fingerzeig gemacht wird und zugleich, mit der anderen Hand, der passenden mysteriösen Fingerzeig, wie es bei den anderen drei Filmen der Fall war... Nein, der Film nimmt beide Finger, rammt sie dem Zuschauer möglichst tief in die Augen und dreht diese dann noch mehrmals darin herum - damit man sich auch sicher sein kann, dass es jeder Idiot kapiert hat.

[Achtung Kleiner Spoiler]
Zum einen wäre da die Szene mit dem Kühlschrank.
Wie es dazu gekommen ist, kann ich mir lebhaft vorstellen: George Lucas rennt mit rudernden Armen zu Spielberg ins Büro und ruft: "Hey Steven! Wir haben noch eine halbe Million für Spezialeffekte, meinst Du die können wir noch in irgendeiner Szene verbraten… jetzt wo der Film eigentlich schon fertig ist?" Und Spielberg antwortet: "Oh! Ich glaube, ich weiß was! Wir blenden am Ende der Szene ein moralisches und episches Bild ein, damit die Leute nicht sofort drauf kommen, dass wir nur den Special-FX-Etat ausschöpfen."
[Kleiner Spoiler Ende]

Und das ist etwas, was mir am meisten an diesem Film aufstößt: Die Tatsache, dass er "zu viel" an manchen Stellen herüberbringen will. Der Film wäre mit weniger "Krach-Bumm" und "Bla-Bla" ausgekommen, man hätte einen Monat weniger in gewisse CGI-Effekte, aber dafür einen mehr in das Drehbuch investieren können. Kurz: Der Film reißt Plotlöcher von der Größe Belgiens auf, wenn einem die Handlung nicht komplett egal ist.

[Achtung Spoiler]
Da wäre zum einen: Wenn die Russen schon zwei von diesen Dingern haben und es 'eh die ganze Zeit um den Schädel geht, der bei dem spanischen Eroberer herumliegt, welchen Sinn hatte dann der erste Teil des Filmes, außer die Russen als neue Bösewichte einzuführen? Vielleicht die Tatsache, das man realistische Erdmännchen im Computer erstellen kann?
Und überhaupt: Es passiert in Indy 4 genau das, was mir auch schon "Starwars - Episode 1" total versaut hat (nein nicht Jar-Jar Binks). Selbst wenn man den Schwachsinn mit dem Kühlschrank geistig ausblendet (und nein, ich will keine Ausrede hören wie "Er hat doch aus dem Gral getrunken" - wenn das relevant gewesen wäre, hätte man es ja in einem Nebensatz erwähnen können) wäre noch die Szene unmittelbar danach:

Indiana Jones, Doppel- Dreifach- Geheimagent für die Amerikaner? Hat Missionen in der ganzen Welt gemacht? Er hat einen Militärischen Rang? Was ist aus dem unsicheren Collegeprofessor geworden, der instant cool wird, wenn er einen Hut aufsetzt und die Peitsche anlegt? Dem Mann, der sich mehr oder minder selbst in epische Schwierigkeiten verstrickt, wenn er nach archäologischen Schätzen sucht? Na danke für diesen Backstab von hinten, direkt in die Kindheitserinnerungen, Mister Produzent George Lucas. Das war ungefähr auf der gleichen Ebene wie: "Seine Midichlorianer-Werte sind außerhalb der Scala". Für diese "Zerstörung der 'Macht' mit einem knappen Satz." hätte ich Lucas damals am liebsten eigenhändig erwürgt.
[Spoiler Ende]

Dazu kommt:
In allen anderen Indiana Jones Filmen wird zumindest erklärt was gerade passiert ist und vor allem warum. Nazis machen die Bundeslade auf, komische Geister kommen heraus und alle Nazis sterben, weil Zorn Gottes - genauer müssen wir das ja nicht wissen. Beim Tempel des Todes waren es halt indische Gottheiten und diese heiligen Steine, kann man auch mit Leben. Zumindest wusste man da worum es geht und welche Gottheit angepisst ist und welche andere darauf steht, dass man den Leuten das Herz raus reißt. Teil drei, Heiliger Gral, macht unsterblich wenn man draus trinkt, uralter Ritter bewacht ihn in einer mystischer Mörderhöhle voller Fallen und alles stürzt ein, wenn man den Gral herausbringt, weil das nun mal so ist - fair enough, macht schon irgendwie Sinn, Details eher unwichtig.

Bei Teil Vier ist das nicht so. Der Film entlässt den Zuschauer mit einem Haufen halbgarer Antworten und vieler unbeantwortet Fragen nach dem 'Warum'.

[Achtung Spoiler]
Ich meine, wenn wir schon mit Aliens… 'tschuldigung… transdimensionalen Wesen, die eine Schwarmintelligenz besitzen blablabla hantieren, warum bekomme ich nur eine Aztekische-Maya-Indio-Irgendwasprophezeihung, die nur sagt "Also es passiert irgendwas, wenn du den Schädel zurückbringst, Schätze und so Zeug."

Wenn sich die Aliens wieder zusammensetzen, sobald der Schädel erneut angebracht wird, warum sitzen sie da überhaupt auf diesen Stühlen? Haben sie sich vielleicht gesagt: "Hey Jungs, wir verrecken jetzt mal auf diesen Sesseln hier und schauen ob uns in 4000 Jahren ein Idiot wiederbelebt. Das wird lustig!"? Warum haben sie sich nicht vorher schon zusammengesetzt? Warum saßen sie überhaupt da und waren tot, wenn sie es eigentlich doch nicht waren?
Und...? Und...? Und...?

Zumal ich auch nicht genau weiß, was ich jetzt halten soll, dass es ja keine 'stinknormalen Aliens' sind, sondern der (bis dahin durchgeknallte) Professor auf einmal möglichst alle "Wuuuhuuuuu"-Begriffe moderner Science-Fiction-Literatur in einem Satz runterleiern muss, während der Rest der Leute dazu nur nickt.
[Spoiler Ende]

Ich habe das Gefühl, dass die Story mehr schlecht als recht zusammenhängt, so als wollte man ein loses Konstrukt von aneinander gereihten, geilen Szenen und coolen Ideen, die dem Kopf Spielbergs entsprungen sind, nacheinander abklappern… und ein überbezahlter, aber untermotivierter Drehbuchautor hat diese noch schnell mit einem, mehr oder minder sichtbaren, roten Faden zusammengeschnürt. Nichts desto trotzt sind die Actionszenen geil und einige der 'neuen' Charaktere machen auch was her...

[Achtung Spoiler]
...auch wenn die russische Psychotussi wie eine Taschenspielerin mit Angela Merkel Frisur herüberkommt und sie einfach nicht so gut punktet wie... zum Beispiel irgendein beliebiger Alt-Nazi, der das Dritte Reich wi(e)derauferstehen lassen will. Die Kombination von: "Aliens mit Psikräften, Kristallknochen in denen noch Psienergie steckt, Supertechnolgie und Russen mit Psikräften, die die Amis in Kommunisten verwandeln wollen" war zu viel für den Film. Ganz tolle Wurst.

Mal ehrlich, ich fand da selbst Yuri aus "Alarmstufe Rot 2" einen überzeugenderen Bösewicht... und dem (Udo Kier) hat EA vermutlich nur ein Handgeld in die Finger gedrückt und ihm gesagt: "Komm wird lustig, du darfst einen total abgespaceten Superrussen spielen und wir schminken dich dazu komisch. Ist alles an einem Tag abgedreht!"
[Spoiler Ende]

Wie gesagt, es war ein formidables Popcorn-Kino, es ist durchaus eine coole Indiana Jones Stimmung aufgekommen, aber der Drehbuchautor sollte für die Story stellenweise das Herz rausgerissen bekommen, dann in die Bundeslade gesteckt werden, um schließlich im Wasser des falschen Grales versenkt zu werden.

[Achtung Spoiler]
(*)

Er: "Sind Sie so etwas wie ein Grabräuber?"
Indy: "Um Gottes Willen, nein…"
Und jetzt denkt mal scharf nach, wie ihr das ins Englische übersetzen würdet.
[Spoiler Ende]

In diesem Sinne,
TÄTÄRÄTÄÄÄÄ TÄTÄRÄÄÄÄÄÄÄÄ!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Motivation! Wheeeee!

Eigentlich wollte ich es vermeiden, eines dieser Blogs zu schreiben, welche sich um den langweiligen Alltag des Autors –also meinen- drehen. Allenfalls wäre es für mich noch akzeptabel, gewöhnliche Ereignisse aufzuwerten, in dem man sie dabei mit tief schürfenden philosophischen Fragen verknüpft.

Da ich aber tatsächlich etwas anderes zu berichten habe, außer das „unser Hund“ mal wieder Durchfall hat (und es auch sehr schwer werden könnte, eine Verknüpfung zwischen Hundekacke und den grundlegenden Ansichten des Existentialismus zu knüpfen), will ich mal einen dieser Privatsphären-Striptease versuchen…

Erstmal an alle Allimaniacs:
Ich habe vor einiger Zeit in diesem Blog den ‚Li-La-Lichking’ dezent angekündigt und ich will wieder etwas ankündigen, dass bereits schon fertig geschrieben auf meinem PC liegt und nur noch eingesprochen werden muss. Ob es bis zum 30ten (München WoW-Nacht) etwas wird kann ich nicht sagen, aber es gefällt allen Beteiligten. Freut euch also!

Zweitens:
Ich sprühe momentan vor Ideen.
Ich weiß selber nicht wieso, aber so ungefähr muss sich jemand fühlen der manisch-depressiv ist, nur das ich weder manisch noch depressiv bin. Mhh… ok, vielleicht das falsche Beispiel. Ich bin jedenfalls von ‚total untermotiviert’ in einen Zustand, den man am besten als: ‚Oh-mein-Gott-das-wäre-ja-auch-noch-eine-geile-Idee’ bezeichnet, geschwappt und habe momentan mehr Motivation und Ideen, welche mir im Kopf schwirren, als ich zu Papier bringen kann… ohne komplett auf Essen, Schlafen, das Klo und meine wöchentliche Folge von ‚Doctor Who’ zu verzichten… schließlich habe ich da eine Studienarbeit, für die ich nicht unerheblich Zeit aufwenden muss.

Die Folge ist, dass ich -neben einer Menge anderer Ideen die auf Umsetzung warten- momentan an einem Hörspiel-Script schreibe, welches ich zwar schon länger als Konzept im Kopf habe, aber nun richtig vorankommt. Von einigen Bekannten habe ich sogar Unterstützung zugesagt bekommen, sofern das Script fertig ist. Ich verrate so viel, es hat nichts mit WoW und im weitesten Sinne mit ‚Fantasy’ zu tun.

So, ich habe mich nun genug selbst unter Druck gesetzt.

In diesem Sinne: Zurück an die Arbeit!

Montag, 12. Mai 2008

AoC-Betakey, anyone?

Ich dachte bis jetzt, dass jeder Klappspaten (außer mir, versteht sich) einen AoC-BetaKey zugeworfen bekommen hat. Nur scheint es allerdings tatsächlich so, dass ich bei buffed.de diese komische Betakey-Verlosung gewonnen habe, welche ich aus Jux angeklickt habe.

Auch wenn ich mir sicher bin, dass JEDER dort einen Beta-Key bekommen hat und ich auch wirklich gerne die paar Tage zum Release AoC anzocken würde...

...mein Rechner ist -laut Test- leider zu gammelig dafür. Und solange mich niemand spontan als Internet-Hörspielautor (*kicher*), professionellen Kolumnen-Troll (*prust*) engagiert oder eine Horde von Playboymodels mich als Ventil zum Abbau ihrer sexuellen Frustrationen haben will (*sabber*), wird sich das auch nicht so schnell ändern... auch wenn das drei sehr anziehende Vorstellungen sind. Mhh, ok im letzteren Fall hätte ich ohnehin bessere Dinge zu tun als AoC.

Wer ihn haben will, klatscht bitte seine Mail-Addy in die Kommentare und sagt noch dazu was für ein toller Hengst ich bin, und kann den dann haben. :P Wer zuerst kommt der mahlt zuerst.

Besser als den Key verkommen zu lassen.

Samstag, 3. Mai 2008

Torf?! This is Rindenmulch!

Vor nicht ganz einem Jahr erheiterte ich ein Forum mit diesem Post.
Ich denke er ist es wert, einfach nochmal in diesem Blog verewigt zu werden.

Es gibt... Blumenerde, Grabeserde, Rindenmulch, Torf, wasserspeichernde Blumenerde, besonders dunkle Grabeserde, wasserspeichernde Grabeserde, Rindenmulch an dem scheinbar irgendwas besonders ist, wasserspeichernde besonders Dunkle Grabeserde, alles zu je 40, 50 oder 70-Liter-Packungen. Und ich mitten drin. Ich soll „Kompost“ holen und habe keine Ahnung.

30 April, ein Tag vor dem ersten Mai, es ist Montag, Brückentag:
Nachdem ich beim Reifeisenmarkt (ich wusste vorher nicht mal dass es den gibt) nicht fündig wurde was Kompost angeht, was auch für die unauffindbaren Angestellten dort galt, bin ich zum nächsten „Thomas Phillips“ gefahren.

In kurz die Situation vor den Türen: Parkplatzsuche = Mortal Kombat.

Am Einkaufswagenstand stehen fünf Leute, die ankommende Wagenschieber mit der Frage "Chip oder Euro?!" bombardieren und noch im Flug den „aus den Laden Fliehenden“ die Wagen aus den Händen reißen. Ich habe mir derweil einen Parkplatz erninjat und gehe gemächlich rein und versuche mir ein Zwei-Euro-Stück an der Kasse schnell in zwei Einer wechseln zu lassen, damit ich einen Wagen holen kann. An der Kasse an der ich stehe ist gerade ein Mann, mit "einigen" Flaschen Kurzen im Einkaufswagen…

"Das sind 10, das sind auch 10 und davon habe ich auch 10 und davon 15."
*beep-beep-beep-beep*
Kassiererin: Das sind 229,25€"
Er, ungefragt: "Tanz in den Mai."

Rein zufällig bekomme ich einen Wagen direkt in die Hände, als ich wieder aus der Tür komme. Der Dönerbudenbesitzer neben mir, den ich vom Sehen her kenne, war nicht schnell genug…
*Quietschi* *Quietschi* *Quietschi* *Quietschi*
Ach mist...

Dann weiter, auf meiner Odyssee durch die Wirren dieses Supermarktes zur Gartenabteilung - was eigentlich in einem „Thomas Phillips“ nur der Teil ist, an dem es etwas Grüner ist, als an anderen Orten des Marktes, wo man die Ware achtlos hingeworfen hat... und die Ware „noch“ lebt und nicht „schon wieder“. Dazu gehe ich ungefähr den doppelten Weg als eigentlich nötig wäre, weil alles mit Kunden dicht ist. Hochgerechnet rempele dabei drei extrem Übergewichtige, vier Rentner und zwei augenscheinlich geistig Minderbemittelte -ohne Eigenverschulden- an, aber zugegeben was suche ich mir auch ausgerechnet den einzigen „Tranwagen“ des Ladens aus, den keine Sau hören kann…
*Quietschi-Quietschi-Quietschi-Quietschi*

*rempel*
„Oh 'tschuldigung.“ - *ich, freundlich* „Macht nichts.“
„Oh, das wollte ich nicht.“ - *nett* „Macht nichts.“
*sagt keinen Ton* - *ich, brummig* „Macht nichts.“
„Passen sie doch auf!“ – *zynisch* „Macht nichts.“
„Tut mir leid, junge... äh… junger Mann.“ - „Machen die langen Haare.“

Dann kommt Punkt X.

„Punkt X“ ist der Kreuzpunkt dieses Marktes, die Stelle wo zwei Schlangen von der Kasse hergehen und sich gleichzeitig der Durchgang zur Gartenabteilung sich befindet. Das Selbstorganisierungsverhalten der Deutschen an einen Brückentag, lässt im Übrigen allgemein deutlich zu wünschen übrig, da in der Regel kaum einer einen solchen Tag "durchplant"… wie das z.B. am 1ten Mai üblich ist. (Siehe die 229,25€.) *Quietschi-Quietschi-Quietschiiiiiiii*

*ich freundlich* "Kann ich mal durch?"
*angespannte Stille*
*räusper* "Kann ich da mal rüber?"
- "Hinten ist das Ende der Schlange junger Mann." meint der Kerl mit dem Einkaufswagen voller Nahrungsergänzer.
"Jaaa… aber da drüüüben ist die Gartenabteilung."
- "Ach sooo...."
*durchschieb* *Quietschi-Quietschi-Quietschi*
*Geistige Notiz: Nahrungsergänzer helfen nicht gegen persönliche Dummheit.*

Dann in der Gartenabteilung ... Blumenerde, Grabeserde, Rindenmulch (…was zum Geier ist das eigentlich?) Torf, wasser-speichernde Blumenerde, besonders dunkle Grabeserde, wasser-spiechernde Grabeserde ... wieder kein Kompost. Aber EINE Verkäuferin! Lichtblick! Zwar ist sie so getarnt, dass sie auf ersten Blick nicht als solche erkennbar ist, aber sie macht den fatalen Fehler einen Palettenheber zu betätigen.

"Hören Sie, in kurz: Ich habe keine Ahnung und den Schwarzen Daumen… was genau von dem Zrug hier geht als Kompost durch?"
Sie überlegt: "Ähh... Sie wollen Torf, der Kostet… öh… 2,29."
Ich wuchte also zwei 70-Liter-Säcke Torf in meinen Wagen. Wobei ich erst noch die Palette aufreißen muss, da die Mitarbeiterin sich nach ihrer Enttarnung so schnell wie möglich aus dem Staub gemacht hat. So schiebe meinen Wagen den Weg wieder zurück....

*Quietschi-Quietschi-Quietschi-Quietschi*
...um an Punkt X zu gelangen. *Quiiiiiiiiiiiiiietsch*

Ich schaue nach rechts. Zwei Schlangen, eine aus irgendeinem Grund doppelt so lang und eine die gerade mal bis Punkt X geht. Beide gehen zu je einer Kasse. Ich schiebe mich also in die von mir aus vordere und kürzere Schlange ein - wird schon einen Grund haben warum die alle unbedingt an der Linken stehen wollen. *Quietschi*

- "Ey die Schlange fängt hinten an."
"Das hier sah mir aber aus wie das Ende der Schlange...."
"Ja, ja... stellen Sie sich gefälligst hinten an."
Ich lasse den Kerl (nicht der mit den Nahrungsergänzern) mit seinen drei Teilen durch (kein Bock auf Diskussion) und schiebe mich… *Quietschi-Quietschi-Quietschi-Quietschi* trotzdem irgendwie hinter den Kerl und seiner Frau, die vor den Nörgler von eben gestanden haben… denn der Nörgler steht nun aus irgendeinem Grund in der linken Schlange und etwas vor mir, während ich rechts bleibe. In dem Moment haut mir etwas gegen die Füße, irgendeine Frau die Blumenerde gekauft, diese auf die Wasserkasten-Ablage ihres Wagens gelegt hat und hinter mir steht.

"Oh entschuldigung."
"Macht nichts." meine ich mit eiserner Routine.

10 Minuten Später, gleiche Stelle... der "Stellen sie sich hinten an"-Nörgler steht noch ein Stück weiter vorne und links als eben. Vor mir ist dafür immer noch die Frau mittleren Alters… da kommt der Ehemann zum dritten Mal aus den Untiefen des Marktes und legt abermals etwas in den Einkaufswagen. Waren es zu Anfang noch drei Teile in ihrem Wagen gewesen, sind es nun etwa fünfzehn.

Wieder haut mir die Frau ihre Blumenerde gegen die Füße.
"Oh entschuldigung."
"Macht immer noch nichts."

Irgendwann hab’ ich’s an dem Sonderpreis-Gewürzen vorbei geschafft… wobei ich Sachen lesen musste wie „Einmachgewürz“ (keine Inhaltsstoffangabe zu finden) und „milder Cayennepfeffer“… und den Nörgler überholt- Nun stehe ich auf Höhe der „Sonderposten: Schokolade - wohl schon mal, vermutlich, vielleicht und nicht ganz sicher zu warm geworden."

... ach scheiß drauf und pack einen Riegel mit Haselnüssen ein. *gesagt, getan* Mittlerweile hat der Ehemann der Frau vor mir, neben vielen anderen Teilen, zwei Rosengitter und einen 2,5-Meter-Aluschirm besorgt und steht nun neben seiner Frau und riecht extreme nach nasser Gartenerde… was er eben definitiv noch nicht tat.

Wieder Blumenerde gegen die Füße, ich versuch's zu ignorieren, könnte schlimmer sein.

Schließlich kommen sie zum Zahlen, endlich ist die Erlösung nahe.
Er reicht der Kassiererin die EC-Karte.
Einmal die Karte durchgezogen. Warten.
Noch einmal die Karte durchgezogen. Noch Mal warten.
Ein drittes Mal die Karte durchgezogen. Wieder warten.
Ein viertes Mal die Karte durchgezogen. ....warteeeen....
Dann erst: "Ach ich habe das auch Bar."
Reflex unterdrücken, um nicht in den Griff des Einkaufswagens zu beißen.

Ich komme dran.
"Heben Sie doch mal bitte den Sack an, dass ich den Barcode einlesen kann."
Ich hebe ihn an, hatte ich doch den oberen Sack in weiser Voraussicht, passend in den Wagen gelegt. Das Kabel des Scanners spannt sich, sie liest ein, liest noch mal ein.
"Könnten Sie etwas näher kommen?"

Ich schiebe das Ding direkt gegen die Kasse, *Quietschi-Quiii* hieve den Sack abermals hoch.
Sie liest ein... liest... liest...

"Mhh… Müssen wir den unteren nehmen."
*seufzend* "Die wiegen 50 Kilo das Stück..."
"Ja, anders kann ich ihnen auch nicht Helfen."
*seufz* Da meine Voraussicht natürlich nicht bis zum unteren Sack gereicht hat, muss ich –natürlich- erst einmal den Einkaufswagen quer in den Kassenbereich stellen *Qui-Qui-Quietschi-Quiiiesch* und irgendwie beide Torfpackungen hoch, quer und sonst was … egal, irgendwie in Richtung des Scanners drücken…. Die Kassiererin streckt passend dazu in einer Eisläuferpose herüber und liest mit dem Scanner..... und liest.... und liest.... und liest....

Ich: "Die kosten 2,29."
Sie: "Ich muss sie Trotzdem einscannen."
Ich, raune schaue mir das Gerät zufällig an.
Ich: "Darf ich mal?"
Sie: "Wie meinen?"
Ich greife mir das Teil einfach, nehme mit meinem Daumen in Zeitlupe die Erde herunter die - was weiß ich wie – auf den Scanner drauf gekommen ist.

"Jetzt."
*beep*
"Fünf Euro Vier."

Später:
"Hast du den Kompost mitgebracht, Junge?"
"Liegt auf der Terasse."
"Das ist Torf... Kein Kompost."

*Schreikrampf*