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Mittwoch, 3. September 2008

"Ego Online"

Wie kann man am besten meine bisher häufigsten Themen, 'Mythic,' 'Funcom' und 'Flagship' unter einen Hut bringen? Richtig! Vize-Präsident/CEO von 'Mythic', Mark Jacobs, gibt seinen Senf zu 'Aoc' und 'Hellgate' ab.

In einem Interview mit Mtv-Multiplayer, welches zum Thema hatte, was denn alles ein erfolgreiches MMO ausmache, äußert dieser sich auch über das, was seiner Meinung nach mit 'Hellgate' und 'AoC' schief ging.

Jacobs erzählt hierbei zunächst auf was man als MMO-Designer achten muss... und sagt (meiner Meinung nach) viele Dinge, die man sich auch eigentlich selbst denken kann. Er triff dabei einige genauere Äußerungen zu 'Hellgate: London' und 'Age of Conan', und wie man bei Letzteren ein ähnliches Schicksal verhindern könnte. Zunächst wurde über 'Hellgate' geredet und warum es fehlschlug. Obwohl sein langjähriger Freund Bill Roper eigentlich Erfahrungen bei der Führung einer Softwarefirma hatte, meint Jacobs:

"Ich glaube es kommt daher, dass es manchmal nicht reicht einfach 'nur' Talent zu haben." so er nach einem langen Seufzer. "Man braucht Führungskraft und Geduld. Und was am wichtigsten ist - etwas das sehr viele Entwickler vergessen - man muss ein wenig Luft aus seinem Ego lassen."

Das bedeutet, 'Mythic' hatte mindestens eine Zeppelin-Halle für Paul Barnetts Ego angemietet bevor jemand auf die Idee kam etwas an dem entsprechenden Ventil zu drehen.

"Ich denke man muss sich selbst daran erinnern, so gut man auch vorher war - 'Diablo' war ein großartiges Spiel - man nicht immer richtig liegt... Ich glaube bei 'Hellgate' war das ein Teil des Problem."

Ich habe langsam das Gefühl, die Leute von Mythic haben ein unglaubliches Talent darin, Umstände und Schlagwörter in einem 'weise' wirkenden Tonfall zu wiederholen, die bereits schon mehrfach durchgekaut wurden.
So hat Bill Roper bereits selbst, in einem Interview lang und breit erklärt, dass er trotz seiner Zeit bei Blizzard nicht auf das vorbereitet war, was mit 'Hellgate: London' und 'Flagship' auf ihn zukam. Bei einem zweiten Durchlesen liest sich der oberer Abschnitt für mich in etwa so:

"Vergessen Roper muss was früher er gelernt. Selbst daran erinnern Du Dich musst, so gut Du vorher auch gewesen bist, dass nicht immer richtig liegen du tust. Ein Teil des Problemes das bei 'Hellgate' gewesen ist, ich glaube. Vor der Dunklen Seite des Game-Designs du dich hüten musst!"

By the way: 'Force Unleashed' ist nicht soooo toll.

Jacobs meinte weiterhin, egal für wie großartig man sein eigenes Spiel hält, als Entwicklier müsse man unbedingt auf der Community zuhören. “Das heißt nicht, dass man das tun mus was die Leute einem Sagen, aber man muss ihnen immer zuhören.” so er.

Zum Beispiel wären da die ganzen Rufe, man solle 'Warhammer Online' noch ein weiteres, halbes Jahr geben, dass man die Restlichen vier Städte und Klassen implementieren kann.

Gelesen. Notiert. Und direkt in den Papierkorb verschoben.

Im weiteren Verlauf des Interviews, sagt Jacobs zwar, dass er es gerne gesehen hätte, wenn 'AoC' nicht nur einen guten Start gehabt hätte sondern auch, dass 'Funcom' mehr auf die Beschwerden ihrer Community eingegangen wäre und sie so ihre Spielerzahlen hätten halten können.
Er vermutet, dass man bei 'Funcom' die Fehler, welche beim Launch von 'AoC' noch vorhanden waren, einfach nicht gesehen habe:

"Ich verstehe nicht warum sie diese Probleme bei Spielstart nicht gesehen haben." schließlich hätte 'Funcom' bereits mit 'Anarchy Online' ausreichend Erfahrung in diese Richtung gesammelt.
Laut dem Finanzbericht von 'Funcom', wäre es auch keine Frage des Geldes gewesen. Jacobs glaubt nicht das 'AoC' vollkommen am Boden ist, räumt dem Spiel aber eine schwere Zeit ein, jetzt wo 'Warhammer Online' und 'Warth of the Lichking' vor der Türe stünden.

Ich frage mich manchmal, was dieses andauernde "Wir wissen wie man ein gutes MMORPG macht"-Getue von Mythic soll. Ja, sie haben Erfahrung. Ja, sie haben DaoC gemacht. Und ja, man hat ihn auch danach gefragt, was seiner Meinung nach mit 'AoC' und 'Hellgate' falsch gelaufen ist...

Aber, für jemanden der bald ein MMO auf den Markt bringen will, dessen Erfolg auch noch nicht garantiert ist, redet er ziemlich viel über die Fehler anderer Leute und was man bei 'Mythic' angeblich alles besser gemacht hat. Ist das nicht genau die Art von 'aufgebalsenem Ego', vor dem er ganz zu Anfang des Interviews gewarnt hat?

Zum Schluss meint er noch: "Wenn wir mit EA im Rücken, der 'Warhammer' Lizenz in unseren Händen und mit einem der erfahrensten Teams in der Industrie, mit 'Warhammer Online' keinen Erfolg haben, dann wird das nicht sehr gut für die Industrie an sich sein.
Wir müssen der Welt zeigen, dass nicht nur Blizzard ein großartiges Spiel machen kann. Die Spieler sind absolut gewillt neue Dinge zu auszuprobieren und ein anderes Spiel ausser WoW zu spielen."

Ich korrigiere mich.
Es waren mindestens zwei Zeppelin-Hallen UND sie mussten ein Ego abpumpen, weil sonst kein Platz mehr für das von Jacobs und 'Mythics' offenslichlichen MMO-Jesuskomplex dagewesen wäre, der mindestens Faktor 5 auf der Bono-Skala erreicht hat.

Quelle: Mtv-Multiplayer

Samstag, 23. August 2008

Frank Pearce: Ein 'World of Starcraft' wäre ein Haufen Arbeit

Wie videogamer.com berichtet hat sich, Blizzard Mitbegründer und Vize-Präsident der Produktentwicklung, Frank Pearce über die Möglichkeit eines StarCraft MMOs geäußert.

Bei einem Interview zu 'StarCraft II' ließ Pearce verlauten, dass 'StarCraft II' definitiv nicht das letzte sei, was man von dem Franchise sehe. Auf eine Frage ihn, wie denn die Chancen stünden, irgendwann ein 'StarCraft MMO' zu Gesicht zu bekommen, meinte dieser:

"Das wäre eine Menge Arbeit!"
Man solle nicht vergessen, dass 'WoW' "in irgendeiner Form" bereits seit 1999 in Entwicklung sei und tatsächlich wären einige der Leute im 'WoW-Team' schon seit neun Jahren dabei, was auch die Zeit sei in der man die Story und der Content habe entwickeln können. Das Resultat daraus wäre, dass 'WoW' die Messlatte für neue MMOs sehr hoch gesteckt habe - ganz egal ob diese von Blizzard oder jemand anders kommen würden.

Pearce stellt daraufhin die (rethorische) Frage, wie viele Jahre man wohl ein 'StarCraft MMO' entwickeln müsse, um alleine die Minimalanforderungen an Content und Spielerlebniss eines 'MMOs bzw. Spieles von heute' zu erreichen.

Pearce gibt zu, dass es Blizzards eigener Erfolg den Entwicklern sehr schwer gemacht habe, ein 'StarCraft MMO' zu entwickeln: "Wir haben es uns selbst sehr schwer gemacht und es ist ein erdrückender Gedankengang. (org: "overwhelming thought") Ich bin seit dem Anfang von 'WoW' dabei und es war (bis hier hin) eine sehr lange und anstrengende Reise." so er weiter "Und jetzt darüber nachzudenken, diese ganze Reise nochmal mit dem 'StarCraft-Franchise' zu machen, ist schon ein wenig beängstigend. (Allerdings,) es lässt ein RTS wie 'Starcraft II' gleich viel durchführbarer erscheinen."

StarCraft: Ghost

Dennoch zeigt Pearce auf, dass das 'StarCraft-Universum' genug Material für eine Reihe von Genres bietet. Was darauf hindeutet kann, dass 'StarCraft: Ghost' vielleicht doch noch nicht ganz vom Tisch ist. Es käme aber hauptsächlich auf die Entwicklerteams selbst an, mit welcher Art von Genre sie sich auseinandersetzen wollten.

Der Original-Artikel befindet sich hier, das dazugehörige 'StarCraft II'-Interview gibt es hier zu lesen.

Zumindest ich möchte durch dieses Interview glauben, dass ein 'StarCraft MMO' bereits einer oder mehrer Machbarkeitsstudien unterzogen wurde. Denn in diesem Interview fehlt die definitive Aussage: "Nein, wir haben momentan kein 'World of Starcraft' in Planung."

Natürlich schwingt da bei mir die kindliche Hoffnung auf ein 'StarCraft MMO' mit, aber Pearce sagt nun mal nur, dass es einen Haufen Arbeit sei und er ein klein wenig Angst vor diesem hat. Auch finanziell kann ich mir das nicht als Problem vorstellen. Allein durch das Geld, das Blizzard bis jetzt durch 'WoW' eingenommen hat, könnten sie beruhigt mit der Entwicklung von 'StarCraft: Forever' beginnen. Auch fehlt mir in diesem Interview ein Satz wie: "Ein 'StarCraft MMO' wird sich nicht finanziell rentieren, da wir schon 'WoW' haben.", der einzige Punkt den Pearce hoch hält ist der Arbeitsaufwand.

'StarCraft II' Konzeptzeichnungen

Es würde mich persönlich freuen mehr aus dem StarCraft-Universum zu sehen, denn bis jetzt ist 'Star-' der deutlich kleinere der beiden '-Craft'-Brüder... die beide versuchen, möglichst gelungen von einer der beiden 'Warhammer'-Franchises zu klauen. *hust* Ich würde es wirklich gerne sehen, wenn dort die Story mit den gleichen Schritten weiter getrieben wird, wie das schon durch die sechs 'WarCraft' Teile (Drei Games, Zwei Addons, ein Unveröffentliches) getan wurde.

Quelle: videogamer.com
Bilder: news.filefront.com, Kotaku.com, trentkaniuga.com (sehr sehenswerte Künstlerwebsite)

P.S.:
...und ma' widda schnella als so manch annerer in Deutschland... ;)

Freitag, 1. August 2008

There and Back Again, ein Buch von Conan Beutlin

Es scheint so als hätte Blizzard durchaus die Leute bemerkt, die nach AoC 'abgewandert' sind.

Nicht verwunderlich, denn ich denke jeder kennt jemanden, der es mal mit AoC statt WoW 'versuchen' wollte.

Zwar kann man immer noch nicht genau sagen, wie viele der angegebenen 700.000 AoC-Spieler tatsächlich von WoW gekommen sind, doch es muss eine beachtliche Menge gewesen sein, denn Mike Morhaime, Präsident von Blizzard, äußerte sich zu dem Thema wie folgt:

"Age of Conan released with some initial success a couple of months ago, and we did see some of our players leave to try the game. However, we've seen about 40 percent of those players return to World of Warcraft."

Die Aussage wird von der Fachpresse völlig überinterpretiert, wenn ich mal übersetzen dürfte:

"Schana-Naa-Naaaa! Heheheeeee! Schana-Naaaaaa!"

Quellen: massively.com

Gears of Diablo 3

Bereits kurz nach der Ankündigung von 'Diablo 3' wurde eine Fan-Petition ins Leben gerufen, die sich über dessen 'comichafte' Grafik beschwert. Das Ziel dieser ist es Blizzard dazu zu bringen, einen 'realistischeren' Stil für das Spiel zu benutzen.

Lead-'Diablo III'-Designer Jay Wilson beteuerte nun auf MTV.com nochmals, dass man sich, trotz der über 52000 Unterschriften, nicht mehr vom aktuellen Stil abbringen ließe. "Es gibt jetzt kein Zurück mehr." sagte er während des Interviews: "Wir sind sehr glücklich darüber wie der grafische Stil jetzt ist. Das Art-Team ist sehr glücklich und die Firma ebenso. Wir mögen diesen Stil wirklich und wir werden ihn nicht mehr ändern."

Ich muss zugeben, ich verstand bereits bei 'World of Warcraft' die Aufregung nicht. Das Leben ist schon 'grau-braun' genug, da muss man nicht auch noch Stunden seiner Freizeit in einer Farbpalette verbringen, die aussieht als sei sie in eine Regenpfütze (auf einem Feldweg, bei den Zementwerken, neben der Müllkippe) gefallen. Darüber hinaus, gibt es – fernab von den ganzen Superhelden-Geschichten – Comics und Cartoons, die durchaus ernste Themen in solchen 'irrealen' Zeichenarten verpacken. Nur weil etwas 'bunt' ist, heißt das ja nicht, dass es weniger spannend ist… es ist nur... weniger deprimierend.

Auch wenn die Entscheidung, sich von dem dunklen 'Gothic-Stil' der ersten beiden Teile zu entfernen, nicht leicht gefallen sei, gab Wilson doch einige Gründe dafür an:

Zum einen sei es in einer 'grau-braunen' 3D-Umgebung recht schwer, einen bestimmten 'grau-braunen' Gegner in einer größeren Mob-Gruppe auszumachen, zum anderen wollte man sich einfach von dem momentan vorherrschenden 'Düster-Look' abheben. "Wir wollten nicht, dass die Leute sich 'Diablo 3' anschauen und dann sagen: 'Oh, das sieht ja aus wie 'Gears of War'.'' so Wilson.

Wobei es dreierlei ist zu sagen:
"Es spielt sich wie 'Gears of War'.",
"Es ist technisch gleichwertig zu 'Gears of War'." und
"Es sieht aus wie 'Gears of War'.".

Ich könnte einige gammelige Industriegebiete im Ruhrpott nennen, die aussehen wie 'Gears of War', sowie einige andere Spiele aus dieser Richtung. Klar sieht das Spiel nicht schlecht aus… nur bei allen 'grau-brauen' Spielen, die heutzutage 'nicht schlecht' aussehen, ist diese Farbpalette etwas... dass man langsam nicht mehr sehen kann.

Außerdem sei man mit 3rd- oder 1st-Person-Shootern in der Regel nur wenige Stunden beschäftigt, bei Diablo 3 seien potentiell hunderte Stunden Spielzeit denkbar, die sollte man nicht ausschließlich in einem 'grau-brauen' Setting verbringen - das würde schnell langweilig.

Ich muss sagen, dass ich nicht genau beurteilen kann, wie sehr das zutrifft. Schließlich war 'Diablo 2' weniger 'cartoonig' und 'bunt' und kann dennoch bis heute Spieler begeistern. Auf der andere Seite, ist 'Diablo 2' allein wegen seinem Alter weniger … 'detailliert' als heutige Spiele, was meiner Meinung nach durchaus nicht unwichtig ist. Je 'detaillierter' das Spiel, desto schwerer sind Gegner in ihm auszumachen. Bei Diablo 2 stellte sich diese Frage damals gar nicht, doch jetzt wo jeder mindestens eine Mördergrafik erwartet, scheint gerade die Comicgrafik ein guter Kompromiss zu sein.

Himmel, ich hab gerade eine Entscheidung von Blizzard verteidigt, oder?
Ach verdammich…

Quellen:
MTV.com via CAV