Es scheint fast so, als hätte jedes Land der Modernen Welt, in dem Computerspiele eine maßgebliche Rolle in der Unterhaltungsindustrie spielen, irgendein böses Tabu-Thema, dass die örtlichen Politiker auf die Palme bringt. Vor allem wenn dieses in Verbindung mit einem Computerspiel auftaucht.Ja, richtig gelesen: 'Virtueller Drogenkonsum'.
Objekt des Unmutes ist das lang erwartete 'Fallout 3'. Es spielt, wie die beiden Vorgängerteile, in einer post-apokalyptischen Welt, in der es Genre gemäß hart zur Sache geht.
Gut, zumindest ich warte da nun seit 10 Jahren drauf. *räusper* ... Naja, was heißt 'Warten', 'Bangen' trifft es eher, denn statt den mittlerweile lange geschlossenen 'Black Isle Studios' beschäftigt sich nun 'Bethesda Softworks' mit der Entwicklung, was dem Ganzen einen ranzigen Beigeschmack gibt.
Denn wie wir alle hoffentlich wissen, waren die 'Black Isle Studios' die Besten der Besten des Computer-RPGs, während sich 'Bethesda Softworks' eher einen Namen für atemberaubende Grafik, planloses Gameplay und dem Verursachen narkoleptischer Anfälle gemacht haben.
'Bethesda Softworks' möchte sich diesen Markt nicht durch die Lappen gehen lassen und hat nun nachgegeben. Man würde den Drogenkonsum herausnehmen, um 'Fallout 3' für den australischen Markt akzeptabel zu machen und eine Altersfreigabe zu erhalten.
Die Frage stellt sich wie man das umsetzen möchte, denn auch etwas wie eine 'Anti-Strahlungs-Droge' sollte Teil des Gameplays werden. So etwas in einer 'verstrahlten' Spielumgebung einfach herauszunehmen, könnte sich als problematisch erweisen.
Nun scheint das einigen australischen Politikern, die voll hinter dem Verbot des Spieles gestanden haben, nicht genug zu sein.
"You can't say just because you can see it, therefore you should be allowed to see it, otherwise you legalize snuff movies and all sorts of profane things which I don't think take our society ahead." so kürzlich ein Senator in einer Fernsehshow.
Also fassen wir zusammen:
Wenn man ein Spiel erlauben würde, in den man die Einnahme und die negativen Auswirkungen von Drogen beobachten kann, könnte man ja genau so gut Filme zulassen, in denen echte Menschen umgebracht werden...
Aber dafür können wir Spiele zulassen, in denen man anderen Leuten mit einer Schrotflinte über den Haufen schießen oder mit einem Säbel umbringen kann, weil... weil.... dann... Arg...! Gehirnkrampf!
Aber schön zu wissen, dass es nicht nur in Deutschland Politiker gibt, deren Argumentationslogik nicht existent ist.